Freitag, 8. Januar 2016

2025 Teil 3: Die zwischenmenschliche Seite der Nachhaltigkeit

2025 - Sie haben richtig gelesen. Nein, Sie haben nicht zu lange Weihnachtsferien gemacht, wir haben erst 2016. Dennoch ist Anfang 2016 ein guter Zeitpunkt über 2025 nachzudenken - es nicht zu weit weg, um unrealistisch zu sein, und es nicht zu nah, um gleich zum Tagesgeschäft über zu gehen.



Sie haben doch sicher Vorsätze und Pläne für 2016? Sehr konkrete, SMARTe Ziele? Prima.

Für 2025 ist es eher wichtig, dass Sie Potentiale erkennen und sich darauf vorbereiten. Wie? Hauptsächlich damit, wie Sie im Unternehmen arbeiten.


Im Teil 1 und 2 dieser Serie haben wir uns die "großen" Themen Klima und Ressourcen angeschaut. Da ich den Begriff "Human Resources" nicht mag, widme ich den Menschen einen eigenen Teil 3 - Menschen sind viel mehr als Ressourcen.

Zukunftsfähigkeit und Menschen

Ich finde, neben den Themen Umwelt und Kosten spielen die Menschen in den anderen Fragen zur Zukunftsfähigkeit eine große Rolle:

  • Wie findet das Unternehmen "gute" Mitarbeiter, wie hält es diese, und wie motiviert es sie?
  • Wie können Mitarbeiter im Team gut zusammenarbeiten, also die Erfahrung der Älteren und die Flexibilität und Begeisterung der Jüngeren optimal genutzt werden?
  • Wie können Potentiale in Märkten, Technologien und/oder Produkten erkannt und umgesetzt werden? Wie kann Innovation systematisch gefördert werden?
  • Welche Megatrends bieten Chancen für die Zukunft? Dabei denke ich an Digitalisierung, Nachhaltigkeit, "New Work" Ideen, neue Solidarität, oder neue soziale Techniken.

Im Folgenden kommen Überlegungen zu zwei dieser Fragen:

Mitarbeiter und Motivation

Gute Mitarbeiter  suchen neben Gehalt und Karriere auch die Möglichkeit sich selbst einzubringen oder die Balance zwischen Arbeit und Familie oder Freizeit selbst bestimmen zu können. Immer mehr suchen sich das Unternehmen danach aus, ob die (gelebten) Werte zusammen passen. Und für viele ist eine sinnvolle Tätigkeit motivierender als ein besonderer Status. Sinnvoll kann heißen, an etwas "großem" und "guten" beteiligt zu sein, aber auch sich gut informiert, involviert und wertgeschätzt zu fühlen.
Zwischen den Generationen X, Y und Z - und auch innerhalb - wird es unterschiedliche Schwerpunkte geben, deswegen sollte das Paket so geschnürt werden, dass jeder das findet, was ihm wichtig ist.

Zufriedene Mitarbeiter machen zufriedene Kunden - die Kultur der Zusammenarbeit im Team und in der Organisation ist über wirtschaftliche Kennzahlen schwer messbar, und hat doch einen deutlichen Einfluß auf die Produktivität.
Neue Ideen wie Partizipation, Agile Methoden und Selbstverwaltung von Gruppen brauchen Zeit für
die Einführung, bieten dafür die Mehrwerte, die für Motivation (oder Antrieb) und bessere Ergebnisse wichtig sind: Autonomie, Sinn und Können.
Haben Sie 10 Minuten Zeit und können Sie schnelles Englisch verstehen? Dann schauen Sie sich unbedingt die Animation über Dan Pink's Erkenntnisse dazu auf YouTube an: https://www.youtube.com/watch?v=u6XAPnuFjJc

Systematische Innovation

Brauchen Sie Mitarbeiter, die weiter denken? Die Verständnis für Innovationen haben (also was gewünscht wird, was machbar ist und was wirtschaftlich umsetzbar ist)? 
Für die Wünsche der Kunden sollten Sie und Ihre Mitarbeiter zuhören und die richtigen Fragen stellen: Was genau will der Kunde? Was will er damit erreichen? Wie helfen unsere Produkte? Und wie passt das ins große Bild? 

Henry Ford sagte, wenn er Kunden fragen würde, was sie sich wünschen, würden sie sagen: "Schnellere Pferde".
Wenn diese Aussage hinterfragt wird, kommt man auf die Bedürfnisse und kann neue Ideen generieren, was noch besser sein würde als schnellere Pferde. Das ist auch ein Ziel von BMW: Produkte und Dienstleistungen anbieten, von denen der Kunde noch nicht einmal wusste, dass er sie braucht. Mit Apple's iPhone war so ähnlich: niemand wünschte sich explizit Geräte auf denen man rumwischen kann, aber der Bedarf nach einfach benutzbaren und leicht durchschaubaren Funktionen war auf jeden Fall da, und cool waren die Geräte auch noch.

Brauchen Sie Mitarbeiter, die kreative Ideen haben und die Produkte oder Dienstleistungen von Morgen liefern sollen? 
Das geht nicht auf Knopfdruck. Systematische Innovation braucht Wollen, Können und Dürfen. 
Das "Dürfen" muß vorgelebt werden (und nicht nur hin und wieder gefordert werden) und es braucht Freiraum. Das Wollen braucht Anreize die über das finanzielle hinausgehen - nämlich Sinn und intrinsische Motivation. Das Können kann man sich aneignen - Innovation entsteht nicht nur bei Genies. 


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