Donnerstag, 12. November 2015

Vom Öko-Pessimismus zu Chancen der Nachhaltigkeit und darüber hinaus

Begleiten Sie mich auf einer Reise vom Schatten zum Licht, also vom Ökopessimismus zu positiven und ermutigenden Chancen der Nachhaltigkeit und darüber hinaus.



Öko-Pessimismus

Vor zwei Wochen war ich auf einer Veranstaltung des Münchner Klimaherbsts. Es ging um den homo industrialis und warum die Presse nicht darüber schreibt, wie schlimm es mit der Welt steht. Beide Redner waren sich einig, dass die Aussichten ziemlich düster sind und dass sie keine große Hoffnung für die Zukunft haben. Auch als Zuschauer nachfragten und ihrerseits Hoffnung anboten (teilweise zynisch: „wir haben keine Chance, also nutzen wir sie“), blieben sie bei dieser Meinung.

Ich kannte den Begriff des Öko-Pessimismus noch nicht, und habe ein wenig recherchiert – hier hat er recht gut gepasst.
Natürlich hatten die beiden in sofern Recht, dass es aus ökologischer Sicht nicht gut um unsere Erde steht. 

Quelle: Stockholm Resilience Center (2016) (Diese Grafik wurde auf der Veranstaltung nicht gezeigt)

Und auch im zwischenmenschlichen Bereich haben wir große Herausforderungen.

Eigenes Engagement

Ein paar Tage später war ich auf einer Veranstaltung, bei der weltweit Menschen wie Sie und ich Projekte vorgestellt haben, die zuerst eine Überzeugung und einer mehr oder minder konkrete Idee bestanden. Mit ihren Mitstreitern und mit viel Engagement – man kann auch sagen: Herzblut – haben sie ihre Prototypen soweit entwickelt haben, dass konkrete überzeugende Aktionen entstanden sind. Teilweise waren es recht große Projekte, teilweise recht lokale, und alle haben Menschen und das menschliches Miteinander verändert.

Diese Projekte entstanden in U.Labs eines MIT Kurses von Otto Scharmer zum Thema „Changing Society, Business and Self“ (Kurzes Intro-Video:  https://www.youtube.com/watch?v=gF8wV9OlUHc) .

Die Idee dahinter ist, sich mit seinem Sinn im Leben zu verbinden, zu erkennen und zu erspüren was verändert werden will, und es dann mit Mut und Gleichgesinnten auszuprobieren, auch wenn die Lösung im Chaos noch nicht sichtbar ist. 



Das passt wunderbar für die „großen“ Probleme der Nachhaltigkeit, denn vermutlich sind die Lösungen nicht mit der gleichen Geisteshaltung zu finden, die die Probleme erzeugt haben. 
Mit kleinen Schritten bei sich selbst Anfangen ist ein Rezept, um auch größere Veränderungen zu bewirken.

Frisches Denken in Kreisläufen

Und wieder ein paar Tage später war ich auf dem Cradle to Cradle Kongress in Lüneburg. Dort ging es um Vielfalt statt Grenzen, um Kreislaufwirtschaft statt Wegwerfen, und um neue Ideen statt Grenzen und Pessimismus. 
Der Vortrag von Mathias Horx vom Zukunftsinstitut war sehr interessant: Er wollte weg vom Bild des Menschen als Schädling, und hin zum Nützling, der mit neuen Ideen neue Wege findet. Ein Zitat:
„Nicht die Quantität der menschlichen Biomasse ist (für die Zukunft) entscheidend , sondern die Qualität der eingesetzten Hirnmasse“.
Mathias Horx wünscht sich eine "hedonistische" Nachhaltigkeit, bei der Lust und Gier eine positive Rolle spielen.

Grundsätzlich steht Cradle to Cradle ja für Kreislaufwirtschaft, bei der schon beim Design der Produkte an die Wiederverwertung gedacht wird. Der cradle to cradle Verein in Deutschland will die Verbreitung der neuen „Denkschule“ fördern. Dabei geht es auch wieder um Mut und Tun.
Gerade für neue Produkte finde ich Cradle to Cradle erfrischend ganzheitlich und gut geeignet, neue Ideen zu denken.

Über Nachhaltigkeit hinaus

Tatsächlich sagt Micheael Braungart, der Mitbegründer von Cradle to Cradle, dass er keine Nachhaltigkeit möchte, sondern eine bessere Qualität: Nicht Produkte weniger schlecht machen, sondern gut machen, aus dem negativen Fußabdruck einen positiven machen. Damit geht er über den üblichen Effizienz-Gedanken hinaus.



Ich bleibe vorerst beim Begriff Nachhaltigkeit, allerdings möchte ich dafür ähnlich wie bei Cradle to Cradle eine „Denkschule“ haben, in der Dinge zu Ende gedacht werden, und die Auswirkungen auf andere im System überdacht werden. Im Sinne von Otto Scharmer’s U.Lab glaube ich, dass es Mut braucht, erste Schritte zu gehen (ins Tun kommen) bevor der ganze Lösungsweg klar ist, und dass es Gleichgesinnte braucht. 
Wenn wir dabei das gesamte System betrachten, sind im Rahmen von Innovationen auch neuartige Lösungen möglich – Hirnmasse ist ja reichlich vorhanden.

Ich denke, meine 6 Fragen fassen das schön zusammen:





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