Mittwoch, 17. Juni 2015

2025: Zukunft möglich machen, Teil 1: Klima und CO2

Man soll die Zukunft nicht vorhersehen wollen, sondern möglich machen.
Antoine de Saint-Exupérie, 1948 



Herzlich willkommen zu meiner neuen kleinen Serie im Blog, die sich um das Jahr 2025 dreht. Also schauen wir in die Zukunft. Warum gerade 10 Jahre nach vorne?
2025 ist noch weit genug weg, so dass sich einiges ändern kann, und es ist nahe genug, dass wir uns unbedingt Gedanken darüber machen sollten, was alles geschehen muss, damit sich 2025 einiges ändern kann.


Also will ich in die Zukunft schauen, und gleichzeitig zitiere ich Saint-Exupérie, der sagt, man soll sie nicht vorhersehen wollen? Genau. Mir geht es weniger um präzise Vorhersagen, die eine ziemlich kurze Halbwertszeit haben, sondern um unsere Haltung, wie wir in die Zukunft gehen wollen. Technische Aussagen wie "Der CO2 Anteil in der Atmosphäre ist 2014 nicht gestiegen" werde ich als Einstieg verwenden, um darüber zu schreiben, mit welchen Prinzipien wir uns auf 2025 vorbereiten können. Ich hoffe, dass mir dabei die Balance zwischen Zukunftsbejahung und Mahnung gelingt, ohne dass der warnende Zeigefinger zu sehen ist.
Und da 2025 schneller kommt als man denkt, schreibe ich 2015 schon darüber, damit wir uns auf den Weg machen, um die Zukunft möglich machen.


Quelle: IEA über  The Guardian
Also fange ich mal mit dieser CO2 Aussage an: Ich habe es überrascht und erfreut zur Kenntnis genommen, dass laut internationaler Energie Agentur der CO2 Anteil in der Atmosphäre in 2014 nicht gestiegen ist. Germanwatch hat heute ausführlich darüber berichtet. 2009 war der Anteil schon mal gesunken, aufgrund der Weltwirtschaftskrise. Und ist seitdem wieder stark angestiegen. 2014 ist es also zum ersten Mal so, dass die Wirtschaft global wächst, und der CO2 Anteil nicht linear mit wächst.
Wenn man genauer reinschaut, sieht man, dass es um den CO2 Verbrauch des Energiesektors weltweit geht. Der ist zwar der größte Anteil, allerdings nur etwa ein Drittel.

Hier die Zahlen für Deutschland von 2014 (Schätzung vom Umweltbundesamt):


Quelle: UBA, eigene Darstellung
Summe 2014: 912 kt, Ziel 2020: 750 kt


Was man bei diesen nationalen Zahlen nicht so gut sieht, ist wie viel CO2 wird durch unseren Konsum erzeugen - für unseren Hunger auf Fleisch wird woanders auf der Welt Soja auf mehr Fläche angebaut als wir insgesamt in Deutschland für unsere Landwirtschaft nutzen.
Aus den pro-Kopf Zahlen (Durchschnitt in Deutschland) sieht man es besser:

Quelle: CO2 Rechner, eigene Darstellung
Summe: 10 t, weltweit verträglicher Wert wäre: 2.8t

Woher kommt der Nicht-Anstieg im Energie-Sektor: Durch mehr erneuerbare Energien. Führend sind da Deutschland, allerdings hat China das stärkste Wachstum. Wenn man die Bilder vom Smog in Peking sieht, kann man das auf der menschlichen Ebene nachvollziehen.

Die Klimaziele bis 2050 für Deutschland des Umweltbundesamtes (und auch weltweit wird das empfohlen) für den Energiesektor sind, quasi auf Null CO2 zu kommen. Bis dahin ist noch ein großes Stück Weg zu gehen. 
Also freuen wir uns über einen positiven Trend, und lassen nicht nach, etwas für unsere Zukunft zu tun. Zum Beispiel auf einfache Möglichkeiten zu achten, die jeder für sich nutzen kann: Laut Umweltbundesamt entstehen 4% der deutschen CO2 Emissionen durch Lebensmittelverschwendung.


Was tun?

Was können wir also tun, damit wir die Zukunft in 2025 ermöglichen?

  • Uns bewusster machen, was alles zum Klimawandel beiträgt
  • Ausrechnen, wie viel CO2 wir durch unseren Konsum und unseren Lebensstil erzeugen - oder als Unternehmen - wie viel durch Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsstil erzeugt wird
  • Da anfangen, wo es am wenigsten weh tut: Ökostrom statt konventionellem Strom, Geld sinnvoll anlegen
  • Und mittelfristig Gewohnheiten verändern, wenn wir unseren Kindern und Enkeln noch etwas von unserem Planeten übrig lassen wollen. Gewohnheiten ändern sich nicht so leicht, vor allem nicht wenn das Problem am anderen Ende der Welt liegt und nicht wirklich sichtbar ist. Wenn uns langfristiges Handeln für unsere Kinder und Enkel am Herzen liegt, und ebenso Fairness und unsere Gesundheit, dann finden wir Gründe, warum wir uns bewegen sollten.
  • Mit dem Geldbeutel abstimmen - bewusster einkaufen. Hier macht viel Kleinvieh viel Mist.
Das trifft die privaten Verbraucher, die Unternehmen mit ihren Produkten und Dienstleistungen, und die Politik - die hauptsächlich dann zukunftsorientiert handelt, wenn sie die Stimmung des Volkes verspürt.

Wenn die Verbrauchern Produkte und Dienstleistungen fordern und nutzen, die auf erneuerbare Energien setzen, weltweite Fairness und Gesundheit fordern, wird in Unternehmen und der Politik ebenfalls ein Umdenken stattfinden.
Auch im Kleinen lässt sich über Investitionen etwas erreichen, und gleichzeitig hat man ein gutes Gefühl dabei: Wo und in was lege ich mein Geld an, und welche Themen kann ich von "unten" unterstützen. Damit ändere ich die Welt - ein bisschen.
Heute habe ich mich zum Beispiel über meine Crowdfunding-Investitionen Nummer 2 und 3 gefreut: mein Betabook wird demnächst bei mir eintreffen, und der erste verpackungsfreie Supermarkt in München ist gefundet.


Wie gefällt Euch/Ihnen der erste Eintrag zur Serie 2025? Ich freue mich über Rückmeldungen.


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