Mittwoch, 23. April 2014

Klimawandel - Teil 1: was ist das?

Über den Klimawandel, seine Folgen und was man tun kann, findet man im Internet sehr viel Information - ob beim WWF, dem Nachhaltigkeitslexikon, dem Klimarat IPCC der UN - warum mache ich dann noch einen eigenen Blog-Eintrag dazu? Zum einen, weil ich meine, dass es zwar viel Detailinformation gibt, aber wenig zusammenhängende, einfache Darstellungen, und weil ich meine persönliche Sichtweise ("pragmatische Nachhaltigkeit") zum Thema "was können wir tun" dazu schildern möchte.


Meine Darstellung soll eine Übersicht geben, und wird dabei einige Details weglassen oder verkürzen. Stimmt etwas wesentliches nicht? Fehlt etwas gravierendes? Bitte schreiben Sie einen Kommentar oder senden Sie mir eine email an pragmatische.nachhaltigkeit@gmail.com.

Klimawandel - was ist das?

Unser Klima wird seit gut 50 Jahren sehr genau aufgezeichnet. Aufgrund von Bohrungen im Polareis kann man das Klima über Jahrtausende hinweg verfolgen. In den letzten rund 150 Jahren, also seit Beginn der Industrialisierung, hat sich das Klima verändert: Die mittlere Temperatur steigt und die lokalen Ausschläge werden stärker. Der Grund dafür wird noch hin und wieder diskutiert, aber für das UN IPCC, in dem wichtige Fachleute sitzen und einstimmig ihre Berichte veröffentlicht, steht fest:
Der Klimawandel findet statt, und er wird durch die Menschen verursacht.

Um was geht es genau? Die Temperatur der Atmosphäre steigt. Momentan ist sie etwa 0,8 Grad höher als im Mittel der letzten Jahrtausende. Die Auswirkungen sind vielfältig: die Gletscher schmelzen, das Polareis schmilzt, die Winter werden wärmer, das Wetter wird unbeständiger, die Stürme werden heftiger, Dürren werden extremer. Mittelfristig wird der Meeresspiegel steigen: in den nächsten 100 Jahren um mindestens 1,8 Meter. Wir können Venedig, Atolle in der Südsee oder die Städte in Belgien noch bewohnen und besuchen, für unsere Kinder und Enkel wird das anders aussehen.

http://www.sueddeutsche.de/wissen/prognose-zum-klimawandel-wo-das-meer-das-welterbe-ueberspuelt-1.1905188 

Welche Folgen hat das? Nicht nur dass es wärmer und damit streckenweise unangenehmer wird, bedeutet extremeres Wetter mehr Schäden, und notwendige Vorsorge gegen Überflutung - das haben wir an der Elbe und dem Rhein schon deutlich zu spüren bekommen. Für Gegenden, die vom Tourismus leben, kann das veränderte Klima gravierende Auswirkungen haben.


Wer ist schuld? Schuld sind die Treibhausgase, wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) oder FCKWs (Flur-Kohlenwasserstoffe), die durch den Treibhauseffekt eine Erwärmung bewirken (insgesamt werden sie als CO2-Äquivalente CO2e bezeichnet).
Der Treibhauseffekt ist wichtig, ohne ihn wäre die mittlere Erdtemperatur bei -18 Grad, allerdings führen wir seit Beginn der Industrialisierung deutlich mehr Treibhausgase hinzu, und reduzieren gleichzeitig die Kapazität unserer Erde, sie wieder zu binden.




Vor allem die Verbrennung von fossilen Treibstoffen (Erdöl, Erdgas, Kohle) und Biomasse (Holz, Torf) erzeugen viel CO2e. Durch den Verbrauch von Land (vor allem von Wäldern und Mooren) für die Landwirtschaft, Städte usw., sinkt die Aufnahme- und Ausgleichsfähigkeit unserer Erde. Es gibt noch etliche weitere Verursacher, wie die Landwirtschaft oder die Zementherstellung. Der WWF beschreibt das ausführlich in seinem Living Planet Report.

http://www.wwf.de/themen-projekte/biologische-vielfalt/reichtum-der-natur/der-living-planet-report/



Starke Treiber sind auch das Weltwirtschaftswachstum, das heute Energie und Transport im wesentlichen aus fossilen Brenn- und Treibstoffen erfordert, und das steigende Bevölkerungswachstum.


Wie schlimm ist es heute, und in Zukunft? Heute bräuchten wir grob gesagt etwa 1,5 Erden, um unseren Ressourcenbedarf und unseren Überschuss an Treibhausgasen wieder aufzufangen. In Zukunft werden wir mehr Menschen sein (ca. 10 Milliarden in 2050), und dadurch dass sich Treibhausgase sehr langsam abbauen, schrumpft unser Budget, wie viel Treibhausgase wir dem Planeten noch zumuten können, um die Temperatur einigermaßen stabil zu halten. Das allgemeine Ziel von IPCC ist es, den Temperaturanstieg auf etwa 2 Grad zu begrenzen.

https://www.atmosfair.de/persoenliches_klimabudget


Das bedeutet, dass das allgemeine CO2 Budget für jeden Menschen der Erde (wenn wir davon ausgehen, dass jedem gleich viel zusteht), etwa 2,3t pro Jahr beträgt. In Zukunft wird sie sinken, weil wir mehr Menschen sein werden und weil der CO2 Gehalt weniger werden muss, um das Klima einigermaßen im Griff halten zu können. Zum Vergleich: jeder Deutsche verbraucht heute etwa 10-11 Tonnen.

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